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Stellungnahme des Bündnis Freie Bildung zum „Bericht der Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der Länder und des Bundes zu Open Educational Resources (OER)“

19. März 2015 - veröffentlicht in Information -

Das Bündnis Freie Bildung (BFB), eine Vereinigung von Organisationen und Personen, die die Idee freier und offener Lehr- und Lernmaterialien (Open Educational Resources oder OER) fördert, begrüßt die Ziele und programmatischen Äußerungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Kultusministerkonferenz (KMK) in dem vorgelegten „Bericht der Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der Länder und des Bundes zu Open Educational Resources (OER)“.

Wir begrüßen insbesondere den angesprochenen Aspekt, Chancen bei der Nutzung und Erstellung Freier Inhalte weiter auszubauen und die Öffentlichkeit für das Themenfeld OER zu sensibilisieren. Es ist empfehlenswert, wie in der Stellungnahme gefordert, Dialoge zu eröffnen und konkrete Empfehlungen für die Nutzung Freier Lizenzen zu geben. Die Einschätzung zum sinnvollen didaktischen Einsatz von OER im Lern- und Lehrkontext teilt das Bündnis uneingeschränkt, da OER adaptive, auf Schwächen und Stärken ausgerichtete Unterrichts- und Lernkonzepte unterstützen. Wir freuen uns weiter über die Empfehlung der Arbeitsgruppe Creative Commons-Lizenzen für den Ausbau von OER in Deutschland zu verwenden. Der Wunsch nach Rechtssicherheit ist in diesem Zusammenhang sehr verständlich und ein wichtiger Aspekt bei der Etablierung von OER. Die beschriebenen „Potenziale von OER“ herauszuheben ist dafür ein wichtiger Schritt.

Die Probleme, die derzeit im Zusammenhang mit OER bestehen, sind größtenteils treffend beschrieben und sinnvolle Vorschläge zur Verbesserung und Umsetzung gemacht. Der Vorschlag eine eigene OER-Lizenz zu entwickeln, ist jedoch sehr überraschend, da dies die Gefahr birgt, zu einer rechtlichen Insellösung zu führen und die internationale Anschlussfähigkeit einschränkt, wie bereits von Till Kreutzer in seiner Analyse 2013 für das BMBF ausführlich ausgeführt. Wir empfehlen daher, auf die Erfahrungen anderer öffentlicher Institutionen hinsichtlich freier Lizenzen (z. B. beim Umgang mit Open Data und der Datendeutschland Lizenz) zurückzugreifen und mögliche Hürden für die Nutzung weiter abzubauen, in dem beispielsweise die geforderte Sensibilisierung weiter vorangetrieben wird.

Insgesamt bewerten wir die konkreten Vorschläge der Arbeitsgruppe als guten Ausgangspunkt für einen weiter zu führenden Dialog mit den bestehenden OER-Communities.

Wir verweisen an dieser Stelle auf das kürzlich veröffentlichte OER-Positionspapier des Bündnis Freie Bildung: „Der Weg zur Stärkung freier Bildungsmaterialien“, in dem wir folgende Positionen formuliert haben:

  • Es ist an der öffentlichen Hand, sich klar zu freien Bildungsmaterialien zu bekennen und eine umfassende OER-Strategie zu entwickeln.
  • Der öffentlichen Hand obliegt es auch, die Rahmenbedingungen und Strukturen zur Förderung von OER zu schaffen und nachhaltig auszugestalten.
  • Es bedarf in der gegenwärtigen Phase einer gezielten Förderung der Erstellung und Nutzung von OER, bei der die öffentliche Hand mit den entstehenden OER-Communities zusammenwirken kann und sollte.

Bei Anmerkungen oder Rückfragen sowie für den weiteren Austausch, stehen wir Ihnen sehr gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,
die Vertreter und Vertreterinnen des Bündnis Freie Bildung

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