“Öffentliches Geld – Öffentliches Gut!”: Mitzeichnen für freie Bildungsmaterialien aus ARD und ZDF!

Trotz eindeutigen Bildungsauftrags und öffentlicher Finanzierung sind bisher nur wenige öffentlich-rechtliche Produktionen für den Unterricht oder freie Wissensplattformen wie Wikipedia freigegeben. Unsere neue Kampagne soll das ändern.

Unter dem Motto “Öffentliches Geld – Öffentliches Gut!” sind Lehrerinnen und Lehrer, Bildungsinstitutionen und das Publikum der Öffentlich-Rechtlichen nun aufgerufen, ein klares Signal für mehr Nutzungsfreiheit an die Leitungen von ARD und ZDF zu senden.

Dokumentationen, Grafiken, Interviews und O-Töne aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk können den Unterricht bereichern. Oft ist es nutzungs- oder urheberrechtlich aber gar nicht möglich, die Inhalte herunterzuladen, anzupassen oder in den eigenen Unterricht aufzunehmen.

Das fängt schon mit der Mediathek selbst an: Eigentlich dürfen Inhalte daraus nur “zu Privatzwecken” gestreamt werden. Herunterladen? Nur in Einzelfällen wie bei “Terra X” und “Planet Schule” gestattet. Im Unterricht zeigen? In den meisten Bundesländern gilt Unterricht spätestens ab der Mittelstufe oder sobald er auch in klassenübergreifenden Kursen stattfindet als “öffentlich”. Auch zu Bildungszwecken darf hier eigentlich nichts ohne ausdrückliche Genehmigung gezeigt werden, Ausnahmen sind im „Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz“ (UrhWissG) geregelt. Geschützte Sendungen vollständig zu zeigen ist danach aber nicht zulässig, bearbeiten oder kürzen darf man die Inhalte gemäß den Nutzungsbedingungen entsprechend auch nicht.

Bereits im Dezember hatte ein Bündnis aus GEW, Bibliotheksverband und Wikimedia Deutschland den ZDF-Fernsehrat in einem offenen Brief zu einer den Bedingungen modernen Lernens entsprechenden Digitalstrategie aufgerufen. Erste Pilotprojekte mit frei-lizenzierten Clips der Sendung “Terra X” unterstrichen zuletzt das öffentliche Interesse an plattformübergreifenden Zugriffsmöglichkeiten. So wurden Ausschnitte zum Thema Klimawandel seit Einbindung in Wikipedia im Durchschnitt täglich mehr als 7.000 Mal angesehen.

Die Kampagne soll nun eine breitere Debatte über Auftrag und Praxis des öffentlich-rechtlichen Rundfunks anstoßen. Die beteiligten Organisationen werben insbesondere für den Mehrwert freier Lizenzen: Diese ermöglichten Lehrerinnen und Lehrern auf Basis gut recherchierter Inhalte Unterrichtsmaterial frei zu erstellen, zu tauschen und zu erweitern. Das reduziert Rechtsunsicherheit und Kosten in deutschen Klassenzimmern. Lehrerinnen und Lehrer sollen mit einem Bein im Digitalen stehen, nicht mit einem Bein im Gefängnis.

Jetzt unterzeichnen!

Offener_Brief_ÖGÖG

 


Beitragsbild: Kati Szilágyi für Wikimedia Deutschland e. V., WMDE Illustration, Ausschnitt, CC BY-SA 4.0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.